Corona und Kirchenmusik

Die Landeskirche hat unter https://www.elk-wue.de/corona eine Seite eingerichtet, die auf aktuelle Fragestellungen eingeht. Eine gemeinsame CoronaAG der württembergischen und badischen Landeskirchen berät die Kollegien und beantwortet auch dringende Fragen der Gemeinden. Sie dürfen davon ausgehen, dass die Themen in ständiger Diskussion und Bearbeitung sind. Weitere Information und eine Zusammenstellung aller Verlautbarungen finden Sie auf der Homepage des Verbandes Evangelische Kirchenmusik unter https://www.kirchenmusik-wuerttemberg.de/verband/aktuelles/

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Besten Dank für Ihre Hilfe, Grüße,

Matthias Hanke

 

Update 18. Dezember 2020 zum Rundschreiben Feier von Gottesdiensten in der Zeit des Lockdown

Liebe Dekaninnen und Dekane,

liebe Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Hauptamt,

die Rundmail hat bereits eine ganze Menge an Rückmeldungen und Rückfragen ergeben. Eine Klarstellung ist dabei wichtig, um das OKR-Rundschreiben nicht fehl zu interpretieren.

Die inzidenzabhängige Begrenzung auf maximal ein Quintett im Gottesdienst gilt für Quintette, die vermehrt Aerosole ausstoßen, also für Bläser- oder Sängerquintette. Eine Kombination von derlei Quintetten ist untersagt. Jedes kann nur mit Quintetten kombiniert werden, die keine erhöhten Aerosolmengen ausstoßen, wie z.B. Streicher oder eine Band mit Gitarre, Schlagzeug, Piano, E-Bass. Also keine Kombination zweier Quintette, die vermehrt Aerosole ausstoßen.

Wessen Planungen darüber hinausgehen, also mehr Sängerinnen und Sänger bzw. blasende oder streichende Musizierende vorsieht, kann den Weg einer kurzfristigen Ausnahmegenehmigung beantragen und sich dabei beispielsweise auf die Größe des Kirchenraums beziehen.

Gestellte Anträge werden zeitnah beantwortet, also nicht erst am Freitag.

Zum Orgelunterrichten sei mitgeteilt, dass dies in den derzeit geschlossenen Kirchen unter die zwei Personen-Haushaltsregel fällt und unbedenklich durchgeführt werden kann, zumal der Unterricht sich oft auch auf die anstehenden Gottesdienste bezieht. Wenn wegen Belegungs- bzw. privaten Dienstplänen das Orgelüben nach 20 Uhr nötig würde, sollte vorsorglich eine Liste mit den Übenden dem Ordnungsamt mitgeteilt werden.

Nun hoffe ich, dass nicht allerorten das „Gottesdienstabsagen“ unser Ringen um verantwortbare Präsenzgottesdienste beendet.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Hanke

 

 

Update 29. Oktober 2020:

Corona-Info an hauptamtliche Kirchenmusikerschaft und Musikverantwortliche in der Landeskirche

Lieber Kolleginnen und Kollegen,

die gestrigen Bund-Länder-Beschlüsse haben gewaltig Einfluss auf unser berufliches Handeln. Über die Vermeidbarkeit der Situation und die personelle Unterausstattung der Gesundheitsämter sowie deren oft zu beklagendes mangelndes Fachwissen in der Beurteilung unserer Arbeit könnte man lange lamentieren. Kirche muss und wird sich zu den neuen Beschlüssen stellen und äußern müssen.

Dass sich Bund und Länder auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt haben und auch Bundesländer mit geringen Infektionszahlen nicht ausscheren, ist beachtlich und war mehrmals in der letzten Zeit gefordert worden. Die Geschlossenheit spricht sehr für die dringliche Notwendigkeit aller Maßnahmen.

MP Kretschmann hat in seiner Rede an die Bürgerinnen und Bürger keineswegs die mit viel Mühe entwickelten Kultur-Schutzkonzepte in Frage gestellt. Er bittet hingegen, generell 75% aller Kontakte herunterzufahren. Das ist nur zu erreichen, wenn wir uns mit Kräften dafür einsetzen. Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung sowie das Recht auf freie Religionsausübung wurde nicht eingeschränkt.

„Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen sind untersagt“.  Auf der Seite des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst stehen bisher noch keine weiteren Hinweise dazu. Folglich müssen wir mit differenzierenden Ausführungen zur Laienmusik nach der morgigen Landtagssitzung rechnen. Bis 2.11. gelten noch die bisherigen Verlautbarungen.

Nach dem 2.11. könnte das ausgesprochene Veranstaltungsverbot zwingend auf Chorproben und alle Kirchenkonzerte zu übertragen sein. Schließlich werden diese nach dem Veranstaltungsparagraphen durchgeführt. Interpretationsspielraum lässt, dass bei der Aufzählung der zu schließenden Einrichtungen (Freizeit- und Amateursportstätten, Schwimm- und Spaßbäder, Thermen, Saunen) die Amateurmusik ausgenommen ist. Professionelle Kultureinrichtungen des Landes hingegen müssen den Betrieb einstellen.

Zu bedenken bleibt immer, dass jeder Weg zur Probe und Veranstaltung, auch zum Gottesdienst eine Menschenbewegung im öffentlichen Raum ist und somit Kontakte regelrecht herausfordert. Andererseits finden Gottesdienste, Proben und Veranstaltungen nicht zu Zeiten der Rushhour statt. Es ist an uns, sensibel abzuwägen, ob wir uns als Kirche aus der großen bürgerlichen Solidargemeinschaft verabschieden und standhaft weiter machen. Es ist nicht abzuschätzen, ob damit der Diskurs um vernünftiges Handeln positiv wach gehalten wird. Bei aller Einseitigkeit der Beschlüsse bitte ich mit weitem Blick verantwortlich und v.a. mit der Gemeindeleitung abgestimmt zu handeln.

In Rückkopplung mit dem zuständigen Juristen in der Kirchenleitung kann folgende Leitlinie unter Vorbehalt kommender Meldungen seitens der Landesregierung  für Ihre Arbeit weitergeben und den Gemeinden empfohlen werden:

Unter Einhaltung des Schutzkonzeptes ist Folgendes vertretbar zulässig:

Gottesdienstliche Kirchenmusik (Kleine Formationen / Stellvertretendes Singen).
Hinweis: Katholiken erlauben maximal 8 Choristen.

  • Vorbereitendes Proben für den Gottesdienst.
  • Vorbereitendes Proben in Kleingruppen bis max. 1/5 des Chores, sonst 10 Personen für Konzerte, die nach Ende des Lockdowns, derzeit nach dem 1.12. stattfinden.

Konzertveranstaltungen unterbleiben bis Ende November gemäß Veranstaltungsverbot des Bundes/Landes. Seitens der Landeskirche wird gebeten, möglichst erst ab 11. Dezember wieder Konzertveranstaltungen zu planen und durchzuführen.

Um gegenüber dem Land und v.a. den lokalen Gesundheitsämtern das bestehende Infektionsschutzkonzept Kirchenmusik würdigen zu können, erbitte ich Rückmeldung, ob seit Anwendung des Schutzkonzeptes eine im Nachhinein als infiziert getestete Person Ihre Proben resp. Konzerte besucht hat und wie die  Reaktion seitens der Gesundheitsämter daraufhin ausgefallen ist. Mir ist bisher Ludwigsburg, Leonberg, Stiftskirche Stuttgart und Crailsheim bekannt.

Da es durch das Verbot von Veranstaltungen wieder zur Frage der Ausfallhonorare kommt, verweise ich auf das diesbezügliche Schreiben vom Direktor des Oberkirchenrats. Den darin angekündigten Musterformulierungen zu Stornoregelungen wird vermutlich nicht nachgekommen werden können. Die Recherchen erbrachten, dass Stornoklauseln zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber individuell nach Wirtschaftslage verhandelt werden. Dabei dürfen einerseits der Sozialstatus des Selbständigen nicht gefährdet und das Vertragsrecht des BGB nicht umgangen werden. Begriffe wie „höhere Gewalt“ und wirtschaftliche oder organisatorische „Unmöglichkeit“ sind wegen der Absehbarkeit der zweiten Coronawelle nicht unhinterfragt anzuwenden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Ersatzleistungen oder Vorproben zu honorieren bzw. bei Folgekonzerten entgegenkommende großzügigere Honorare zu gewähren.

Im Hinblick auf Weihnachten gebe ich einen HINWEIS aus dem jüngstem Rundschreiben von Dan Peter an die Pfarrämter weiter:

Ticket-System für Weihnachtsgottesdienste
das vor zwei Wochen angekündigte und vielfach nachgefragte Ticket-System für Weihnachtsgottesdienste steht ab dem 2.11.2020 zur Nutzung bereit. Es soll einen Beitrag dazu leisten, dass die Gottesdienste im Advent und an den Weihnachtsfeiertagen unter Corona-Bedingungen von möglichst vielen Menschen besucht werden können. Alle Informationen sowie den Link zur Registrierung unter https://www.elk-wue.de/service/weihnachten-in-corona-zeiten. Wenn Sie beabsichtigen, das System in Ihrer Gemeinde einzusetzen, machen Sie sich bitte frühzeitig damit vertraut, sodass genügend Zeit bleibt, Erfahrungen mit der Technik und Organisation vor Ort zu sammeln.

 

 

 

 

Update 15. Oktober 2020:

Liebe Kolleginnen und Kollegen der hauptamtlichen Kirchenmusik,

die letzten Tage hat sich das Thema Corona wieder zum reißenden Bach entwickelt. Kommende Verordnungen werden auch unseren Arbeitsbereich erneut tangieren. Bereits Geplantes wird angepasst werden müssen. Noch sind Veranstaltungen im bisherigen Rahmen möglich. Wir halten uns hier genau an die Vorgaben des Landes, müssen aber damit rechnen, dass das öffentliche Leben, zu dem Konzerte gehören, eingeschränkt werden wird.

Vorab der kommenden Information auf offiziellem OKR-Kanal möchte ich Ihnen Details zur Kenntnis geben. Die kirchlichen Dienststellen sollten heute oder Morgen dann die offizielle Rundmail erhalten.  

Das letzte Rundschreiben zum Gottesdienstkonzept hat durch eine  missverständliche Formulierung etwas für Verwirrung und einige Nachfragen gesorgt. Unter „gemeinsames Singen in geschlossenen Räumen“ ist „Gemeindesingen in geschlossenen Räumen“ zu verstehen. Nur das Gemeindesingen ist bei 7-Tages-Inzidenz von 50+ untersagt, nicht das stellvertretende Singen und Musizieren von Kleingruppen. Auch die Probenarbeit findet auf der Basis des bewährten Schutzkonzepts weiterhin statt. Hier sind wir mit der Evangelischen Landeskirche von Baden gleich auf.

Das Papier „Infektionsschutzkonzept Kirchenmusik“ habe ich hinsichtlich der Verwendung von CO²-Ampeln, UVC-Luftreinigern und Streicher-Abständen ergänzt. Neu sind die Musikgruppengrößen im Gottesdienst bei 7-Tages-Inzidenz von 50+. Die katholischen Geschwister lassen weiterhin maximal 12 Singende im Gottesdienst-Chor zu. Unsere Empfehlungen von jetzt max. 12-15 Musizierenden solidarisiert sich bei 7-Tages-Inzidenz von 50+. Trotz Vorgaben berücksichtigt das Konzept Musizierfähigkeit, Raum- wie auch die Ausgangsgröße der Ensembles.

Sobald es weitere Neuerungen gibt, melde ich mich wieder bzw. lade zu einem ZOOM-Meeting ein. Die Verantwortlichen der Posaunenarbeit und von musikplus mögen Ihre Teams bitte informieren.

Unter den derzeitigen Corona-Entwicklungen ließen sich die Wünsche des Singens mit Maske bei 1,5 Meter Abstand, dem Gemeindesingen ohne Maske im Freien und engere Musizierabstände der Bläser leider nicht realisieren, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass dies alles nicht die Pandemie beschleunigt.

Bleiben Sie alle behütet und souverän im Lenken, Leiten und Gestalten,

Ihr Matthias Hanke

Landeskirchenmusikdirektor