„Singen und Sagen“ – ein Erfahrungsbericht zum Singen im Religionsunterricht

Am Anfang steht ein eindrückliches Erlebnis! Im Rahmen einer Lehrprobe besuchte ich den Religionsunterricht in einer 4. Klasse. Der Lehramtskandidat begann die Stunde mit einem Lied. Er hob an und die Kinder stimmten ein. So weit so gut. Aber was für ein Gesang! Die Töne, die der Unterrichtende von sich gab, ließen nur mit viel Phantasie eine Ähnlichkeit mit der eigentlichen Melodie erkennen. Der Mann konnte gar nicht singen. Wir von der Prüfungs­kommission schauten uns nur wortlos an. Aber dann fiel uns etwas anderes auf: Die Kinder der Klasse ließen sich vom Gesang des Lehrers überhaupt nicht stören. Vielmehr sangen sie mit erkennbarer Freude alle Strophen des Liedes. Unterstützt wurden sie von zwei Schülerin­nen, die vom Lehrer den Auftrag erhalten hatten, bei jedem Singen die Klasse mit der Flöte zu begleiten. So konnten sich die Kinder entscheiden, welcher Melodie sie folgten – der des Leh­rers oder der der Flöten.

Mir ist diese Prüfung in Erinnerung geblieben, weil dieser Kandidat uns Kommissionsmit­glieder kolossal beeindruckte. Seine musikalischen Defizite waren ihm klar vor Augen. Den­noch verbannte er nicht das Singen aus seinem Unterricht („Weil ich nicht singen kann, wird auch in meinem Unterricht nicht gesungen“). Vielmehr suchte er nach Wegen, mit seinem Unvermögen umzugehen. Scheinbar wertete er das Singen an sich im Religionsunterricht hö­her als seine begrenzten Sangesmöglichkeiten. Und die Kinder gaben ihm Recht. Sie sangen – und zwar wie die Staren.

Der Bildungsplan, der seit 2004 in Kraft ist, fordert als eines der Ziele des Religionsunter­richts die Vermittlung religiöser Kompetenz. Gemeint ist damit u.a. das Kennenlernen und Einüben religiöser Ausdrucksformen wie Stille, Meditation, Gebet und eben auch: Gesang. Der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber erinnerte bei seinem Hauptreferat auf dem Stutt­garter Kongress für Kirchenmusik im Oktober 2008 daran, dass für Martin Luther der Gesang eine der zentralen Ausdrucksformen des Evangeliums war: „Davon ich singen  und sagen will…“, textet Martin Luther in seinem wohl berühmtesten Weihnachtslied „Vom Himmel hoch“ …. Für Luther gehören Singen und Sagen grundsätzlich zusammen, weil für ihn der Glaube aus dem Hören kommt. Sicher, zunächst aus dem Hören des Wortes. Dann aber auch aus dem Hören des Klanges ... Luther schreibt:„Ich gebe nach der Theologie der Musik die nächste Stelle und die höchste Ehre.“

Das eine ist das Wissen um den Wert des Singens bei der Vermittlung des Glaubens, ein an­deres die Befähigung dazu. Oft äußern Unterrichtende im Religionsunterricht, dass sie durch­aus um die Bedeutung des Singens wissen und dieses auch hoch schätzen. Allein ihre eigene Unsicherheit ist das Problem. „Wie kann ich mit einer Klasse von 15-Jährigen singen, wenn ich selbst keine kräftige Stimme habe und uns zudem nicht mit Gitarre oder Klavier begleiten kann?“, so eine oft gehörte Klage. Aus dieser Problemanzeige folgt also die Frage: Wie kön­nen Unterrichtende, die in verschiedenen Bereichen religiöse Erziehungs- und Bildungsarbeit leisten, ermutigt und befähigt werden mit ihren Schützlingen zu singen, auch wenn sie sich im Singen nicht unbedingt sicher fühlen. Was können hier Fortbildungsangebote leisten?

Nun hat das Amt für Kirchenmusik die musikalische Förderung von Männern und Frauen, die in der Erziehungs- und Bildungsarbeit stehen, verstärkt in den Blick genommen. Landeskir­chenmusikdirektor Prof. Siegfried Bauer hat diese Aufgabe unter dem Motto „Zum Singen bringen“ zum kirchenmusikalischen Schwerpunktthema der Landeskirche für das Jahr 2009 erklärt. Durch unterschiedliche Veranstaltungen soll das Singen in der Kirche gefördert wer­den. Den Auftakt dazu bildeten sechs Impulsveranstaltungen im Herbst 2008.

Bei einer dieser Veranstaltungen war Prof. Ingo Bredenbach, KMD und Rektor der Hoch­schule für Kirchenmusik in Tübingen, als Referent zu Gast bei einer Fortbildung des Schul­dekanats in Leonberg. „Singen im Religionsunterricht mit der Kernliederliste“ stand als ge­wagter Titel über diesem Nachmittag. Nicht nur das Singen im Religionsunterricht sollte ein­geübt, sondern gleich auch die Kernliederliste mit in den Blick genommen werden. War das nicht zu hoch angesetzt? Aber die Sorge, ob sich bei dieser Themenstellung genügend Interes­sierte ansprechen lassen würden, war unbegründet. Dieser Nachmittag war die mit Abstand bestbesuchte Fortbildung der letzten Jahre. Die große Zahl der Männer und Frauen aus Schule und Kindergarten zeigte, wie groß das Bedürfnis nach Ermutigung und Handwerkszeug ist.

Der Nachmittag war ermutigend und klingend. Gesungen wurde durchweg a capella. Impulse wurden gegeben, wie man ein Lied einführen und es mit begleitenden Bewegungen singen kann. Erfahrungen wurden ausgetauscht darüber, was das eigene Singen schwer macht, aber auch welche Strategien geholfen haben, mit eigener musikalischer Unsicherheit umzugehen. Heiß diskutiert wurde, ob man heutzutage nur auf Lobpreislieder setzen oder auch mit Paul Gerhardt bei Jugendlichen punkten kann. Dabei kam das Gespräch immer wieder auf die Notwendigkeit, auch traditionelle Lieder weiterzugeben.

Im Herbst 2009 werden wir wieder mit Ingo Bredenbach als Referenten nach Leonberg einla­den. Dann soll das, was bei der Fortbildung nur angerissen werden konnte, vertieft werden. Außerdem werden wir uns noch mehr mit praktischen Übungen beschäftigen. Das Ziel ist klar: Die Liebe zum Singen neu zu wecken und die, die sich musikalisch eher unsicher fühlen, zu ermutigen, es dem genannten Lehramtskandidaten nachzutun. Denn wenn es in diesem Bereich Vorbilder gibt, dann ihn!

Søren Schwesig

Schuldekan der Kirchenbezirke

Ditzingen und Leonberg

Lieder halten wieder Einzug in den Kindergarten

Selber singen ist schön: Besonders zu mehreren. Fotos: C. Schick

Zu Gast bei den Singepatinnen im Klosterhof – Ein Zusatzangebot, das Musikunterricht nicht ersetzen soll

Murrhardt – Gottfried Mayer, Kantor der Evangelischen Kirche, erinnert sich an den Werbeslogan eines Unternehmens für Unterhaltungsmedien. „Da wurde mit dem Motto ’Endlich Schluss mit selber singen‘ geworben“, schüttelt er den Kopf. Aufgeregt hat er sich damals genug. In dieser Zeit – vor vielleicht drei oder vier Jahren – kündigte sich aber bereits eine Art Wende an, dessen Auswirkungen nun ganz konkrete Früchte tragen: Das Singen, besonders für Kinder, ist wieder salonfähig.

Auch gilt es mittlerweile als nachgewiesen, dass Singen sogar in gewissem Sinne klug macht, aber dazu später mehr. Einzug erhalten hat es auch in Murrhardter Kindergärten auf Initiative Gottfried Mayers in Form von sogenannten Singepatinnen. Diese machen sich nun regelmäßig in den Klosterhof, ins Oetingerhaus sowie den Stadthallenkindergarten auf und stimmen mit dem Nachwuchs Lieder an. Keine verstaubten Weisen, nein, ausgeklügelte Verse und Geschichten, bei denen es für die Kinder jede Menge zu tun gibt: Drachen im Herbstwind steigen lassen oder mit Ohren und Schwänzen wackeln. Die Kinder gehen intuitiv mit. Sie lauschen der tiefen Stimme von Ursula Häffner, selbst jahrelang Berufssängerin, singen und bauen automatisch Bewegungen mit ein. Sie freuen sich, wenn sie das Geräusch des Windes nachahmen sollen und kullern auch mal fröhlich übereinander. Und das ist im Grunde genommen genau das, was sie lernen sollen: „Es geht schon ums Singen, aber auch darum, dass sie keine Scheu haben, ihre eigene Stimme zu entdecken und zu entwickeln“, sagt Gottfried Mayer. „Das Ziel ist die persönliche Entwicklung.“ Zum einen werden beim Singen beide Gehirnhälften benutzt, zum anderen Sprachentwicklung und Ausdruck gefördert. Manche Kinder können Wörter zwar noch nicht sprechen, aber singen. Manche Liedzeile lässt sich mit Melodie und Bewegung besser merken. Die eigene Stimme steht dabei auch für persönliche Präsenz. „Wenn junge Menschen vor einer Gruppe vorsingen, dann geben sie auch ein Stück ihrer Persönlichkeit preis, legen sozusagen die Karten auf den Tisch“, sagt Mayer. Allerdings liegt ihm nichts ferner, als die Kinder unter Druck zu setzen. Denn gerade das klassische Vorsingen in der Schule, hat seiner Ansicht nach viel kaputt gemacht. Auch Sabine Rödiger ist es wichtig, dass die Arbeit spielerisch von statten geht. „Manche singen auch nicht mit, aber das macht nichts. Sie beobachten die anderen und bekommen trotzdem einiges mit“. Sabine Rödiger singt im Kirchenchor und war vom Vorschlag Mayers gleich begeistert. Nun kommt die Pharmazieingenieurin regelmäßig zu den Kindern in den Klosterhof, mit Liedern und ihrer Gitarre im Gepäck. „Es macht so viel Spaß, weil die Kinder sich so unmittelbar über den Kontakt und Erlebtes freuen können“, sagt sie. „Und für mich ist es ein toller Ausgleich zu meiner Arbeit“.

Arme hoch und Ohren auf: Singepatin Sabine Rödiger mit ihrer Gruppe im Klosterhof.

Genau wie Irmgard Haug (Oetingerhaus), Heide Schneider (Stadthallenkindergarten) und Ursula Häffner (Klosterhof) hat sie Mayer als ehrenamtliche Kräfte mit ins Boot geholt, weil sie sich selbst fürs Singen begeistern. Den Erzieherinnen das auch noch aufzubürden oder vielleicht aufzuzwingen, wollte er auf keinen Fall. Auch wenn er im Kindergarten den Einsatz für richtig und wichtig hält, warnt er vor der Vorstellung, den gesamten Bereich übers Ehrenamt abdecken zu wollen. In der Schule fehlten für den Musikunterricht oft Lehrer. „Das kann und sollte man nicht mit ehrenamtlichen Kräften, auszugleichen versuchen“. Er versteht die Singepatinnen als Zusatzangebot – weil auch Zuhause oft nicht mehr gesungen wird.

Die Kinder tanzen und trällern weiter. Hüpfen als Frösche durch die Gegend und erfinden die passenden Geräusche dazu: Boing, boing, boing. Manche legen als Abschiedsgeschenk für die Musikmaus, die als Handpuppe durch die Stunde führt, auch noch einen Purzelbaum hin. Und die Sportlehrer können sich über die Vorarbeit der musikalischen Begleiter freuen. In diesen Gruppen werden es nicht allzu viele Kinder sein, die – oh Schreck – nicht auf einem Bein stehen können.

Murrhardter Zeitung/Christine Schick

Kernliedermarathon

Das von der Württembergischen und der Badischen Landeskirche herausgebrachte Faltblatt mit einer Liste von 33 „Kernliedern" aus dem evangelischen Gesangbuch hatte den Sportsgeist von drei evangelischen Religionsklassen zu Beginn des Schuljahres 2007/08 geweckt. Ich hatte die Idee, mit Hilfe dieser Kernliederliste, die verschiedenen alten und neuen Gesangbuchlieder zum Kirchenjahr, zum Tageslauf und zu den Kasualien im Religionsunterricht zu entdecken und dem ganzen einen (An)Reiz zu geben. Konkret hatte ich unter den Schülern meiner Religionsklassen 5-7 der Jakob Emele-Realschule in Bad Schussenried einen Marathon ausgelobt, der sich über das gesamte Schuljahr hinziehen sollte. Ziel sollte sein, parallel zum Religionsunterricht jeweils zum Kirchenjahr oder zu Themen passende Lieder aus der Liste auszusuchen und kennenzulernen. Den Schülern habe ich außer ein paar Spielregeln sehr viel eigenen Gestaltungsspielraum gegeben – so sollten sie auch selber festlegen, wer die jeweilige Strophe vom Lied lernen sollte oder auf welche Art es vorgetragen bzw. kennengelernt werden sollte. Was die drei Klassen ein ganzes Schuljahr „am Ball" bleiben ließ, war natürlich zunächst der Preis, den ich als Lehrerin ohne vorherige Absprache mit irgendwelchen möglichen „Sponsoren" auslobte: Die Religionsklasse, die gewinnen würde, also am Schuljahresende die meisten Kernlieder mit einer auswendig gelernten und gesungenen Strophe „erarbeitet" hätte, sollte einen ganzen Geschenkkorb voller „Süßis" bekommen. (Dieses Sponsoring oder überhaupt die Ehrungen muss ich nächstes Mal anders organisieren – vielleicht frage ich mal beim Verband nach!)

Zum anderen waren die Schüler im Laufe der Zeit aber auch gespannt auf die Lieder, die manchmal sprachlicher Interpretation bedurften, wenn denn die Fünftklässler mit manch alten Textstrophen kämpften und wir zusammen dann aber die Hintergründe und Deutungsmöglichkeiten des Textes erforschten. Spannend und lustig waren auch die Umsetzungsideen der Schüler: Drei Siebtklässlerinnen machten aus „Ausgang und Eingang" einen Sprechkanon, weil sie sich nicht trauten vorzusingen – dies übernahm im Anschluss dann die ganze Klasse. Ein Schüler fragte ganz vorsichtig, ob er denn seine Oma auch auf das Handy singen lassen könne, die würde das Lied kennen. Da Handys normalerweise an der Schule verboten sind und für diese betreffende Religionsstunde eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, führte der Junge in allerschlechtester Tonqualität aber furchtbar stolz den Gesang seiner Oma zu Beginn der Stunde vor. Nicht zuletzt funktionierte natürlich der Wettbewerbscharakter des Kernlieder-Marathons, denn immer wieder wollten die Klassen wissen, wer denn „vorne" liegen würde. Gegen Ende des Schuljahres habe ich dann aber eine Informationssperre verhängt und die Spielregeln verschärft: Pro Stunde durften „nur" noch 2 Lieder vorgetragen werden, und wenn einer vergessen hatte, seinen Text zu lernen, war das dann halt Pech für die Klasse. Der letztmögliche Termin, das so genannte "Finale" wurde rechtzeitig festgelegt, ebenso die Siegerehrungen (Trostpreise gab es natürlich auch!). Und so wurde es ein richtiges Kopf-an-Kopf-Rennen der „festen Burg" mit „Jesu geh voran" gegen Ende der Schulzeit. Gewonnen, mit allen 33 gelernten Liedern, hat am Ende die kleinste der Religionsgruppen, denn sie hatten eine Strategie entwickelt: Sie hatten die maximal zwei Lieder, die gegen Ende nur noch aufgesagt und gesungen werden konnten jeweils von den Freiwilligen lernen lassen, aber immer noch einen „Ersatzlerner" bestimmt, der dann im Ernstfall einspringen konnte, falls einer seine Strophe vergessen hatte. So konnten sich dann die Sechstklässler den Geschenkkorb abholen und sich für das Siegerfoto (siehe hintere Umschlagseite) aufstellen.

Gefallen hat mir, dass die wichtigsten alten und neuen Lieder im Gesangbuch wieder zum Klingen gebracht und durchweg mit Begeisterung aufgenommen wurden. Was man braucht, ist ein langer Atem, viel Motivationsfähigkeit und einen Überblick per Tabelle, wer wann was gesungen und gelernt hat, damit man am Ende den richtigen Sieger ermitteln kann. Alles in allem eine durchaus sportlich-religiöse Angelegenheit, dieser Kernlieder-Marathon, aber im Ergebnis ein echt vorzeigbares Unterfangen. Die Schüler lernten die von der Landeskirche als wichtig festgelegten alten und neuen Lieder kennen, sie können sie jetzt dem Kirchenjahr und den liturgischen Erfordernissen zuordnen und – das Erstaunlichste: Es entwickelten sich nie geahnte Lieblingslieder wie „Weißt du wieviel Sternlein stehen" und „Lobet den Herren" parallel zu den erwarteten fetzigen wie „Wir haben Gottes Spuren festgestellt".

In diesem Sinne: … auf zum nächsten Kernlieder-Marathon!!!

Sabine Jacob,

Realschullehrerin an der Jakob-Emele-Realschule in Bad Schussenried

Zertifikat für das Singen und Musizieren mit Kindern

An der Richard-von-Weizsäckerschule Öhringen entstand 2005 eine berufliche

Zusatzqualifikation für Erzieherinnen im Bereich „Elementare Musik- und Rhythmikerziehung“. Diese Ausbildung erstreckt sich über zwei Jahre und umfasst die Ausbildungsinhalte

  • Singen,
  • Instrumentalspiel,
  • Rhythmik,
  • Tanz und
  • Musiktheater/Musikprojekt.

Die Schulleitung mit ihrer Musikpädagogin hat angeregt, dass ergänzend zu dieser Ausbildung eine weitere Qualifikation im Bereich

  • Singen-Musizieren-Chorleitung

gemeinsam mit der Evang. Landeskirche in Württemberg und dem Schwäbischen Chorverband angeboten wird. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Faches wird gemeinsam von der Richard-von-Weizsäckerschule, der Evang. Landeskirche in Württemberg und dem Schwäbischen Chorverband das „Zertifikat zum Singen und Musizieren mit Kindern“ verliehen.

Elementare Musik- und Rhythmikerziehung

Bei der Auftaktveranstaltung zum neuen Schuljahr an der Öhringer Fachschule für Sozialpädagogik wurden am vergangenen Mittwoch die neuen Berufsqualifizierungen vorgestellt; neben den Zusatzqualifikationen in den Bereichen Sportpädagogik, Bildungsförderung und Sprachförderung beginnt in Kürze die Ausbildung zur Fachkraft für elementare Musik- und Rhythmikerziehung. Durch diese neuen Qualifikationsangebote, die als die vier Eckpfeiler des sich entwickelnden Kompetenzzentrums für Bildung und Erziehung im Elementarbereich betrachtet werden, antwortet die Öhringer Fachschule auf die Herausforderungen der neuen Bildungspläne, welche als Konsequenz aus der PISA-Studie entwickelt wurden.

Während Bildungsreformen und -pläne derzeit hoch im Kurs stehen, geraten diejenigen, um die es eigentlich geht, schnell in den Hintergrund „Kinder und Jugendliche stellen heute aber ganz andere und neue Anforderungen an Erzieher und Lehrer“, betont Eva Marie Wolber; bei der Auftaktveranstaltung zum neuen Schuljahr stellte die Abteilungsleiterin der Öhringer Fachschule für Sozialpädagogik die von ihren Team entwickelten neuen Berufsqualifikationen vor. Im Klassenraum vor ihr saßen bereits berufstätige Erzieherinnen aus der Region, welche die Herausforderungen annehmen und sich auf den neuen Bildungsplan vorbereiten wollen. Dies geschieht am besten durch Weiterbildung in einem der drei berufsqualifizierenden Bereiche, eine Weiterbildung, deren Qualitätsmerkmal die Praxisnähe und der ganzheitliche Ansatz ist, denn es sollen nicht Spezialisten ausgebildet werden, sondern Erzieherinnen und Erzieher, welche die Stärken und Begabungen von Kindern erkennen und gezielt fördern können. „Wir setzen an drei Punkten an, um die neuen Bildungspläne für den Elementarbereich realisieren zu können“, erläutert Franz Reinalter, der als einer der Lehrer der Fachschule die Umsetzung des Bildungsplans koordiniert. Drei neue Klassen, so Reinalter, beschäftigen sich gezielt mit Bildungsförderung, Musikerziehung und Sprachförderung im Elementarbereich. Erfreut zeigen sich Eva-Maria Wolber und Franz Reinalter über die Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Sängerbund und den Kirchenmusikbünden, durch die auch der Erwerb eines Singleiterscheins im neuen Schulversuch möglich sein wird.
Sowohl die Berufsqualifizierung für elementare Musik- und Rhythmikerziehung als auch jene, welche sich der Sprachförderung im Elementarbereich widmet, greifen konkrete gesellschaftliche Probleme und Forderungen auf: „Die musische Bildung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Förderung von sozialer Kompetenz, die sich ganz konkret durch Kontakt- und Teamfähigkeit zeigt“, erläutert Eva-Maria Wolber. Und dass ein möglichst früher und vor allem möglichst intensiver Erwerb sprachlicher Fähigkeiten heute eine Schlüsselqualifikation für die gesellschaftliche Integration darstellt, verstehe sich von selbst. Hier sieht die Öhringer Fachschule ihre Aufgabe, bietet sie doch ihren Absolventinnen und Absolventen eine qualifizierte Ausbildung in diesem Bereich mit der Aussicht auf ein staatliches Abschlußzeugnis mit Zertifizierung. Diese Qualifikation, die auch im Bereich der Bildungsförderung im Elementarbereich erworben werden kann, zielt auf eine ganzheitliche Bildung, bei der Theaterpädagogik, Erlebnispädagogik oder früher Fremdsprachenunterricht ebenso eine Rolle spielen soll wie die Auseinandersetzung mit Medien oder die Informationstechnische Bildung. Nicht nur um die Erweiterung der beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten der Erzieherinnen gehe es, stellte Franz Reinalter bei der Eröffnungsveranstaltung fest, und fügte hinzu: „Wir wollen die Erzieherinnen sensibilisieren für viele neue und spannende Tätigkeitsfelder, welche die Bildungsförderung im Elementarbereich ermöglicht.“ Durch die Integration der Bereiche Sportpädagogik, Bildungsförderung und Sprachförderung sowie jetzt der Musik- und Rhythmikerziehung, mit der die Öhringer Fachschule als erste in Baden Württemberg aufwartet, ist das innovative Bildungsangebot der Öhringer Fachschule komplett. Dabei zeigen sich die Vertreter der Fachschule, welche die Inhalte und die Stundentafel konzipiert haben, besonders zufrieden über die Unterstützung dieses Schulversuches durch Regierungspräsidium und Landkreis. Mit der Berufsqualifizierung Musik stehen nun die vier Grundpfeiler des sich entwickelnden Kompetenzzentrum für Bildung und Erziehung im Elementarbereich.
Die zahlreiche Präsenz bei der Auftaktveranstaltung zeigte, dass man in Hohenlohe die Herausforderungen an Erziehung und Bildung ernst nimmt. Jetzt kommt es darauf an, das Netz der mit der Öhringer Fachschule kooperierenden Einrichtungen und vor allem der interessierten Erzieherinnen und Erzieher sowie der Elternvertreter auszubauen.

Informationen über das Angebot der Berufsqualifizierungen für Erzieherinnen und Erzieher an der Öhringer Fachschule für Sozialpädagogik können unter folgender Adresse erfragt werden:
Frau Eva-Maria Wolber / Fachschule für Sozialpädagogik, Am Ochsensee 41, 74613 Öhringen, Tel.: 07941/9269- 0 oder –13; E-Mail: postdontospamme@gowaway.hlbsoe.kuen.bw.schule.de

 

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