Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder

Ein neues Liederheft für die Landeskirche

Viele Kirchengemeinden singen begeistert aus dem neuen Liederheft und andere kennen es noch gar nicht. Darum gibt Landeskirchenmusikdirektor Prof. Siegfried Bauer hier einen kurzen Überblick über Konzeption, Erarbeitung und Einführung des Liederheftes.

Der Vorschlag, ein Liederheft mit neuen geistlichen Liedern zu erarbeiten, stammt aus den Reihen der Württembergischen Evangelischen Landessynode. Bereits Anfang des Jahres 2004 hatte sich der Theologische Ausschuss zum ersten Mal mit der Thematik befasst. Als Ergebnis der Beratungen wurde die Bitte an den Oberkirchenrat herangetragen, eine Materialsammlung mit empfehlenswerten neuen geistlichen Liedern erarbeiten zu lassen.

 

Konzeption

Auch wenn das Evangelische Gesangbuch nach nunmehr zehn Jahren des Gebrauchs in Württemberg noch lange nicht ausgeschöpft ist und eine offizielle Zusatzsammlung den weiteren Rezeptionsprozess des EG schwächen würde, kann man doch vor der Tatsache nicht die Augen verschließen, dass – in einem rasanten Prozess – immer neue musikalische Wellen an- und abrollen und immer neue Liederbücher auf den Markt geworfen werden. Das hat zu einer ungemein weit verzweigten Singkultur geführt, die gleichzeitig das gemeinsame Singen aber immer schwerer macht.

So wurde neben der Herausgabe von neu entstandenem Liedgut auch eine Kernliederliste formuliert und inzwischen veröffentlicht, an der sich die kirchenmusikalische und pädagogische Arbeit in der Kirche orientieren kann vom Kindergarten bis in die Oberstufe der Schulen. Ziel ist, langfristig ein gemeinsames Repertoire zu bilden und dadurch das generationsübergreifende Singen in der Kirche zu stärken.

Auch auf dem Feld der neu entstandenen geistlichen Lieder müssen die Kirchen einen Qualitätsstandard setzen und den Gemeinden Orientierung und  Hilfen an die Hand geben, zwischen (textlich und musikalisch) Besserem und Schlechterem zu unterscheiden. Mit der Erarbeitung dieses Liederbuches wurde dem Wunsch nach neuen Liedern Rechnung getragen. Indem ein „Kanon des Gemeinsamen“ vorgelegt wurde, soll zugleich einer Zersplitterung der Lieder- und Musiklandschaft in unseren Gemeinden entgegen gewirkt werden.

Die Kirchenleitung versteht die Sammlung „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder“ nicht als offizielle Ergänzung zum Evangelischen Gesangbuch, sondern als ein Angebot an die Gemeinden. Natürlich müssen zu den neuen Liedern auch Begleitsätze und Arrangements zur Verfügung gestellt werden. Ein Heft mit Tastenbegleitsätzen und ein Chorheft sind bereits veröffentlicht, ein Band-Begleitbuch und ein Bläserbuch werden vorbereitet.

Im Vorwort unseres Gesangbuches schreibt der damalige Landesbischof Eberhard Renz:

„Unterschiedliche Ausprägungen in Theologie und Musik, in Dichtung und Frömmigkeit finden wir im Evangelischen Gesangbuch. Unser Singen spiegelt so eine Gemeinschaft in ihrer Vielfalt wieder.“ Diese Tür wurde mit dem neuen Liederheft noch weiter aufgemacht.

 

Erarbeitung

Zur Erarbeitung der Liedersammlung hatte der Oberkirchenrat eine achtköpfige Kommission eingesetzt: drei Fachleute aus der Popularmusik, zwei Bezirkskantoren und  zwei Pfarrer, die unter der Leitung des Landeskirchenmusikdirektors bereits im April 2005 mit der Arbeit begonnen haben. Innerhalb kurzer Zeit haben sich weitere Kirchen der Erarbeitung angeschlossen, so dass schließlich ein gemeinsames Liederheft der evangelischen Landeskirchen in Baden, Württemberg und der Pfalz sowie der beiden protestantischen Kirchen im Elsass und in Lothringen entstanden ist.

 

Die wichtigsten Auswahlkriterien waren:

  • Lieder, die nach 1990 entstanden sind (dem Redaktionsschluss unseres Gesangbuchs)
  • Gemeindelieder (also keine Sololieder, auch keine Chorlieder)
  • in der Regel Lieder deutscher Sprache
  • die Ökumene sollte bedacht werden

Natürlich wurden im Verfahren sämtliche Liederbücher der letzten fünfzehn Jahre durchgesehen.

So entstand eine bunte Sammlung aus Lobpreis- und Anbetungsliedern, Kinderliedern und Kanons, neuen Übertragungen von Liedern aus dem skandinavischen Raum und liturgischen Gesängen, darunter auch neue Taizé-Lieder. Etliche Lieder sind zweisprachig: deutsch/französisch.

 

Einführung

Bereits zu Beginn des Kirchenjahres 2005/2006 konnte das Liederheft in Strassburg der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Alle Pfarrämter und Bezirkskantorate unserer Landeskirche habe ein Probeheft erhalten. Verschiedene Bands und auch der LAKI-PopChor, der PopChor unserer Landeskirche, haben Mitsing-Gottesdienste und Konzerte mit dem neuen Liederheft durchgeführt.

LKMD Prof. Siegfried Bauer in a+b 12/2007

Ausgaben

Ev. Landesk. Baden/Württ./Pfalz/Elsass/Lothr.
Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder

Ein Angebot für die Gemeinden. NGL Staffelpreis!
ab 20 Ex.: 2,80 Euro
ab 50 Ex.: 2,60 Euro
ab 100 Ex.: 2,40 Euro
108 Seiten
Melodieausgabe

Strube Verlag GmbH
VS 6282 € 3,00

NGL Tastenbegleitsätze.
72 Seiten
Tastenbuch
Strube Verlag GmbH
VS 6282 /01 € 14,80

NGL Chorheft. Staffelpreis:
Ab 20 Ex.: 5,- Euro.
77 Seiten
Chorheft
Strube Verlag GmbH
VS 6282 /02 € 6,00

NGL BLäserheft

Strube Verlag GmbH
VS 2245      € 7,00

Die Band-Ausgabe zu "Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder" ist erschienen und kann ab sofort direkt beim Strube-Verlag unter VS 6282a bestellt werden. Hierin sind zu allen Liedern des Liederhefts Arrangements abgedruckt. Neben der Gesamtpartitur sind einzelne Stimmenhefte in unterschiedlichen Stimmungen (C, B, Es)erschienen, so dass die Arrangements mit unterschiedlichen Besetzungen musiziert werden können. Einer adäquaten Begleitung des Gemeindegesangs und der entsprechenden Chorsätze in den beiden Chorheften steht mit diesem Material nichts mehr im Wege. Im kommenden Bläserheft 2013 des etw werden auch einige kompatible Bläsersätze dazu enthalten sein. 

Nähere Informationen unter:

Wo-wir-dich-loben/Bandausgabe-6282a

 

 

Reaktionen

„Das neue Liederheft ‚Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder’, das ich allen Kirchengemeinden unserer Landeskirche dringend empfehle, kann mithelfen, dass in aller Vielfalt unserer immer weiter verzweigten Singkulturen unsere Gemeinschaft gestärkt wird. Ich bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mithelfen, dieses Liederheft in unserer Landeskirche bekannt zu machen.“

Landesbischof Frank Otfried July beim Ludwigsburger Chortag des Arbeitskreises PopChöre

Reaktionen zum Chorheft

"Vorgabe für die Komponisten war, dass der Anfang der Stücke in der Regel einstimmig sein sollte, damit der Gemeinde das Verfolgen der Melodiestimme erleichtert wird. So eignen sich diese Sätze hervorragend dazu, in der Gemeinde diese neuen Lieder einzuführen und vertraut zu machen. Der Schwierigkeitsgrad von zwei Dritteln der Sätze ist leicht, der Rest maximal mittelschwer"

KMD Michael Bender in den Württembergischen Blättern für Kirchenmusik 6/2006