Was wird vom Gottesdienst erwartet?

Bericht über zwei neue empirische Untersuchungen unter evangelisch Getauften in Bayern

von Pfr. Prof. Bernhard Leube

Viele arbeiten am Gottesdienst, der liturgische Buchmarkt boomt, Ansichten laufen miteinander, durcheinander, zuweilen auch gegeneinander. Ganz selten nur, weil sehr aufwendig, stehen Ergebnisse aus empirischen Umfragen zur Verfügung. Nun wurde 2003 bis 2005 in der bayrischen Landeskirche eine qualitative empirische Umfrage zu Erwartungen an den Gottesdienst und zum gottesdienstlichen Verhalten evangelisch Getaufter gemacht, deren Ergebnisse durch eine repräsentative Kontrollumfrage der Nürnberger „Gesellschaft für Markt-, Konsum- und Absatzforschung“ erhärtet wurden. Befragt wurden zu den Themen Predigt und Gottesdienst auch Pfarrerinnen und Pfarrer, zur Kirchenmusik auch Kantorinnen und Kantoren. Prof. Dr. Hanns Kerner, der Leiter des Nürnberger Gottesdienstinstituts hat 2007 drei Hefte herausgebracht, in denen die Ergebnisse aus den Bereichen „Predigt“, „Gottesdienst“ und „Kirchenmusik“ zusammengefasst werden. Das Folgende ist ein komprimierter Überblick über diese drei Nürnberger Hefte.

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Das Ende der Kundenorientierung - oder was die Konsumwelt vom Gottesdienst gelernt hat

Liturgik-Häppchen von Pfr. Prof. Bernhard Leube am Tag der Offenen Tür am 1. Mai 2001 in der Hochschule für Kichenmusik Tübingen

Viel Gottesdienstarbeit in der evangelischen Kirche läuft derzeit stark in Richtung Kundenorientierung. Wir müssen die Leute dort abholen, wo sie sind, heißt es, müssen auf ihre Bedürfnisse eingehen, Gottesdienst muss Spaß machen, und vor allem muss endlich die Musik umfassend den Geschmack der Leute berücksichtigen. Wenn nicht einmal mehr 10% Klassik auf dem CD-Markt umgesetzt wird, dann muss sich die Kirchenmusik das gesagt sein lassen und sich in ihrer Musikauswahl im Gottesdienst daran orientieren. Bach ist schön und gut, aber 10% sind nun mal 10%.

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Ansprache über Jesus Sirach 10,5a

von Pfr. Prof. Bernhard Leube beim Konvent der BezirkskantorInnen und am 7. Mai 2007 im Bernhäuser Forst

Im apokryphen Buch Jesus Sirach findet sich im 10. Kapitel das lapidare Wort: Es liegt in Gottes Händen, ob ein Mann Erfolg hat.

So steht’s da. Wir setzen für den „Mann“ den Menschen ein und haben dieselbe Aussage. Es ist hier einer der ganz seltenen Fälle, dass das Wort „Erfolg“ in der Luther-Bibel vorkommt.

Eine schillernde Vokabel. Jeder möchte gern Erfolg haben, aber was ist Erfolg? Was ist das, wenn Dieter Bohlens „Deutschland sucht den Superstar“ oder Heidi Klums „Germanys next Topmodel“ mit ansehnlichen Quoten aufwarten? Ist das Resonanz? Ist es einfach Wirkung oder brachialer Effekt?

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