Appell der Direktorenkonferenz

Die Direktorenkonferenz hat mit Sorge zur Kenntnis genommen, dass durch die Einführung neuer Tarifsysteme (TVÖD und TVL und andere kirchliche Angestelltentarife) in zahlreichen Landeskirchen innerhalb der EKD die Kirchenmusik erheblich geschwächt wird.

 

Wir machen dieses insbesondere an vier Aspekten fest:

  1. 1. Die Neugewinnung von Nachwuchs für den Kirchenmusikerberuf ist zunehmend schwierig. Der Kirchenmusikberuf steht in Konkurrenz zu anderen Musikberufen, speziell zum Lehramt. Qualifizierter Nachwuchs für den Kirchenmusikberuf wird auf Dauer nur zu gewinnen sein, wenn die Vergütung diplomierter Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Vergleich zur Vergütung von Lehrkräften an Gymnasien attraktiv bleibt.
  2. Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker mit A- und B-Hochschuldiplom müssen mit anderen Hochschulabsolventen im kirchlichen Dienst vergleichbar vergütet werden. Eine Absenkung des Vergütungsniveaus gegenüber anderen akademisch ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vergrößert die Diskrepanz unter vergleichbar qualifizierten Berufsgruppen.
  3. Die Nichtanrechnung der Vordienstzeiten beim Wechsel in eine andere Landeskirche stellt eine eminente Erschwerung von Stellenwechseln dar. Das hemmt bei einem so kleinen Berufsstand die notwendige Entwicklungsmöglichkeit durch Veränderung und gefährdet auf Dauer die Qualität der Arbeit.
  4. Die unter den bisher gültigen Tarifsystemen Angestellten erhalten unter dem Aspekt der Besitzstandswahrung Ausgleichszahlungen. Erste Beobachtungen zeigen, dass diese Ausgleichzahlungen bis zu 600 € betragen. Das bedeutet, dass die zukünftige Einstufung der kirchenmusikalischen Arbeit weit unter dem jetzigen Stand geschieht. Das bedeutet darüber hinaus, dass bei den sich schon im Dienst befindenden Mitarbeitern tarifliche Gehaltsanpassungen nicht mehr durchschlagen. Eine Entwicklung im Arbeitsverlauf wird nicht gewürdigt.

Die Direktorenkonferenz bittet die Beteiligten der Verhandlungen in arbeitsrechtlichen Kommissionen, Tarifkommissionen etc. eindringlich, bei der Eingruppierung in das neue Tarifsystem nicht das Anfangsgehalt, sondern das fiktive Lebensarbeitsentgelt zugrunde zu legen. Dazu hat die Direktorenkonferenz bereits im Frühjahr 2007 einen eigenen Vorschlag erarbeitet, der diesem Schreiben beigefügt ist.